Linz initiiert einheitliche Lizenz für Open Government Data in Österreich

Initiative der Stadt Linz soll Rechtssicherheit in Sachen Open Commons schaffen.

Open Commons bieten viele Möglichkeiten und Chancen. Das digitale Gemeingut ist jedoch kein rechtsfreier Raum. Die Stadt Linz will daher für ihr richtungsweisendes Open Commons Projekt Rechtssicherheit schaffen. In Zusammenarbeit mit dem auf Fragen der Internetnutzung spezialisierten Salzburger Juristen Dr. Franz Schmidbauer (Mitglied des Beirats der Open Commons Region Linz) wurde ein Regelwerk für die Nutzung von Open Government Data ausgearbeitet. Dieser Vorschlag wird nun verschiedenen potenziellen Nutzern wie Interessensgruppen, Städten und Communities präsentiert und zur Diskussion gestellt. Sie sind herzlich eingeladen, am Diskussionsprozess teilzunehmen und ganz im Sinne der Open Commons-Philosophie Anregungen und Verbesserungsvorschläge zu übermitteln.

Die Lizenzierung und den Verhaltenskodex können sie hier herunterladen:

Update 3. Mai .2011: Hier die Arbeitsversion 0.2 als Download:

 

Über spawel

Stefan Pawel, Linz
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16 Antworten auf Linz initiiert einheitliche Lizenz für Open Government Data in Österreich

  1. Arno Abler sagt:

    Ich gratuliere zu dem mutigen und zukunftsweisenden Schritt, die Lizenz “CC-by” als Grundlage für offene österreichische Behördendaten zu verwenden.

    Nur unter dieser Lizenz ist das Ziel von OpenData, Wertschöpfungsketten anzustoßen und damit Wachstum, Fortschritt und Arbeitsplätze zu schaffen, realistisch.

    Ich hoffe, dass Wien und die anderen österreichischen Gebietskörperschaften, die zweifellos nach und nach ins OpenGovernment-Zeitalter nachfolgen werden, auch diesem Beispiel folgen.

    Arno Abler
    CommunalConsult Tirol

  2. Marcus Dapp sagt:

    … ich korrigiere mich … ;-)

    Man sollte share-alike schon ernsthaft in Betracht ziehen, weil dann die Commons tatsächlich als solche geschützt werden würde: Appropriation würde verhindert werden. Andererseits: Wenn OCRL garantiert, die Daten dauerhaft anzubieten (und die Lizenz nicht zu wechseln), ist die Gefahr, dass irgendwann nur noch um-lizenzierte Versionen Dritter (ist durch CC-BY ja erlaubt) existieren, kleiner.

    Hier ein paper zu der Thematik aus der Open Source Forschung:

    http://homes.chass.utoronto.ca/~wellman/undergrad05/O%27Mahoney%20-%20GUARDING%20THE%20COMMONS%20-%20HOW%20COMMUNITY%20MANAGED%20SOFTWARE%20PROJECTS%20PROTECT%20THEIR%20WORK.pdf

    Gruss, MD

    • Die Frage ist, ob es wirklich gewünscht ist, dass die Daten unbedingt Commons bleiben (korrekter: neue Werke, die auf den Commons-Daten basieren; die Quelldaten bleiben ja frei). Ein -SA würde massiv erschweren, die Daten in anderen (ja, bösen kommerziellen) Anwendungen zu verwenden. Ich denke an Weiterverwendung in Zeitungen, in Büchern, in Filmen, … (sofern es natürlich über das Zitatrecht hinausgeht – darum geht’s ja).

      Danke für das Paper, werde ich mir lesen :-)

      Grüße,
      Christian

  3. Gratulation zur Initative. Im Dokument wird auf eine Deutsche CC-Lizenz verwiesen, es gäbe aber auch
    http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/at/

  4. Pingback: Linz initiiert einheitliche Lizenz für Open Government Data in Österreich » Open, Linz, Commons, Rechtssicherheit, Stadt, Diskussion » open3.at

  5. Robert Harm sagt:

    Sehr begrüßenswerter Schritt! Gerade für opendata-EntwicklerInnen ist es erforderlich, im Vorfeld genau zu wissen, was sie mit den veröffentlichten Daten machen dürfen und was nicht.
    Was ich jedoch auch nicht verstehe ist, wieso im Dokument explizit die deutsche Version der CC BY 2.0-Lizenz erwähnt wird und nicht die österreichische Version, wie auch Bernhard Krabina anmerkt.

    Anregungen könnte man sich ev. auch noch bei der Open Government Licence (http://www.nationalarchives.gov.uk/doc/open-government-licence/) holen, die in Großbritannien für public sector information empfohlen wird. Ausführliche Informationen hierzu auf http://www.nationalarchives.gov.uk/information-management/uk-gov-licensing-framework.htm

    Dass die rechtlichen Grundlagen für Open Government Data wichtig sind, zeigt übrigens auch die Umfrage “Potentiale von Open Government Data für österreichische Nationalratsabgeordnete”, die von open3.at gemeinsam mit der Donau-Universität Krems durchgeführt wurde: 85% der Befragten Nationalratsabgeordneten waren der Meinung, dass das Thema Open Government Data gesetzlich zu regeln sei (wobei die Antworten “Eigenes Gesetz” und “Einzug in bestehende Gesetze” relativ gleich auf lagen). Alle Ergebnisse zur dieser Studie sind auf http://open3.at/studie zu finden.

  6. Es ist toll, das Linz sich in die große Reihe jener OGD-Provider einreiht, die sich für CC-by bzw CC-0 entschieden haben. Und es ist auch gut diese Lizenzidee vorher noch zur Diskussion zu stellen. Respekt!

    Mein Input dazu:

    1) warum nicht auf die österreichische CC-by-3.0 verweisen? http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/at/

    2) warum ein eigener (dann auch wieder relativ komplizierter) eigener Legalcode – reicht hier nicht der Legalcode von CC-by aus (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/at/legalcode) – so ist einiges doppelt normiert – einmal im eigenen Lizenzreader und einmal im Legalcode der ursprünglichen CC Legalcode.

    Beste Grüße!

  7. Nomen-Nescio sagt:

    Das digitale Gemeingut ist jedoch kein rechtsfreier Raum.

    So sehr ich diese Initiative begrüße, diese Formulierung finde ich verachtenswert.

    • spawel sagt:

      Für digitale Güter gilt grundsätzlich das Urheberrecht. Die Stadt Linz stellt im Rahmen der Open Government Data Initiative Verwaltungsdaten (digitale Gemeingüter) unter einer CC-by Lizenz zur Verfügung.

  8. spawel sagt:

    Aufgrund der Anregungen und der Unterstützung haben wir die Arbeitsversion 0.2 online gestellt. Diese beinhaltet jetzt die angesprochene österreichische CC-by-3.0 Lizenz.

  9. Wunderbarer Schritt in die richtige Richtung – und eine gute Diskussionsgrundlage für die Lizensierung von Offenen Regierungsdaten in Österreich! Es ist wichtig, hier einen solchen Vorschlag proaktiv zu setzen und diesen in Folge möglichst breit zu diskutieren – gerade bei Open Data ist es besonders wichtig neben den Bereichen Meta Daten, offene Formate und Technologien im Bereich Lizensierung eine österreichweite Harmonisierung zu diskutieren, die auch internationales Andocken erlaubt und nicht viele, viele Einzellösungen, welche nicht miteinander kompatibel sind, aufzubauen!
    Liebe Grüße nach Linz!
    Martin

  10. Gratulation zum konsequenten Voranschreiten der Open Commons Region Linz beim Heben der Potenziale von offenen österreichischen Behördendaten. Die Lizenz dazu ist ein ganz wichtiger Schritt, um Klarheit bei der Nutzung zu bekommen.
    @Stefan: “Die Stadt Linz kann zu jedem Zeitpunkt die Daten und Informationen, die Nutzungsbedingungen oder die Lizenzierung ergänzen und verändern.” Ist damit auch das Daten(meta)modell gemeint?

    Gutes Gelingen weiterhin!
    Peter

  11. spawel sagt:

    Herzlichen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen! Mit der Arbeitsversion 0.2 haben wir die ersten Anregungen bereits aufgenommen. Danke an Bernhard Krabina für den Hinweis auf die durchgängig deutschsprachige österreichische CC-by 3.0 Lizenz.

    Über die Spannung zwischen Allgemeingut und der Möglichkeit zur Wertschöpfung haben wir uns viele Gedanken gemacht. Wir wollten mit der Lizenz alle Nutzungsmöglichkeiten ermöglichen und haben aus diesem Grund den Verhaltenskodex, wie wir uns die Zusammenarbeit wünschen, ergänzt. Dieser ist nicht verpflichtend, soll aber ganz klar den Open Commons Gedanken hinter dem Open Government Data Projekt ausdrücken.

    Von den Engländern hab ich mir sehr viele Anregungen geholt. Sie sind aufgrund der Einfachheit und Kürze sicher ein Vorbild. Gleichzeitig wollten wir aber die bekannte Creative Commons Lizenz verwenden. Leider ist es aus unserer Sicht notwendig beim Legalcode noch Ergänzungen vor zu nehmen. Vielleicht schaffen wir es noch, hier eine Verbesserung im Sinne einer Vereinfachung herbei zu führen.

    Wir werden auf jeden Fall so wenige Ergänzungen oder Änderungen der Daten, Lizenz oder Datenmodell wie möglich machen, allerdings müssen wir uns diesbezüglich Möglichkeit offen lassen. Änderungen in den Daten oder Datenmodell werden wir sicher mit den registrierten BenutzerInnen der Plattform abstimmen.

    Herzlichen Dank für das erste Feedback. Ich freue mich schon auf weitere Diskussionen im Rahmen des Blogs oder von Veranstaltungen.

    Liebe Grüße
    stefan

  12. Ferhat sagt:

    Gefaellt mir sehr die Seite. Tolle Themenwahl.

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